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Hergestellt in Truthahn



Dies findet der Präsident von Truthahn wohl kaum lustig.


Dass der Computer in der Hektik nicht mehr wusste, wie er Turkey ins Deutsche zu übersetzen hatte, kann man ihm fast nicht übelnehmen.


Andere Länder, andere Truthähne


Wussten Sie eigentlich, dass der Truthahn nicht nur im Englischen einen geografischen Namen hat? Auf Portugiesisch heisst er perú, also der Peru-Vogel, auf Polnisch indyk, der indische Vogel, auf Französisch dinde, von coq d'Inde, dem Hahn aus Indien – wobei hier eingeschoben werden soll, dass im 16. Jahrhundert, als die spanischen Eroberer diesen merkwürdigen Vogel von Mexiko nach Europa brachten, Indien auch Westindien, also das neu entdeckte Amerika, bezeichnete. Kolumbus war ja bis zu seinem Tod überzeugt, keinen neuen Kontinent, sondern den westlichen Seeweg nach Indien gefunden zu haben.


Aber zurück zum Truthahn. Auf Schwedisch und Niederländisch hat er in der Tat einen (ost-)indischen Namen erhalten, nämlich kalkon respektive kalkoen, das sich von Kalikut-höna ableitet, dem Huhn aus der südindischen Stadt Kalikut – die heute übrigens Kozhikode heisst.


Nach dieser Weltreise fragen Sie sich vielleicht, wo denn nun Trut liegt, das dem Tier seinen deutschen Namen gegeben hat. Allerdings müssen wir Sie enttäuschen: Die Etymologen, also die Wortherkunftsforscher, nehmen an, dass mit trut kein fernes Land gemeint ist, sondern lautmalerisch der Ruf, mit dem diese exotische Henne ihre Jungen lockt; und da manche Ohren nicht trut, sondern put verstanden haben, heisst sie heute auch Pute. Aber auch wenn Sie das nicht gewusst haben, brauchen Sie nicht gleich puterrot zu werden.