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Wer fällt wer?


«Weiter über den Gletscher oder umkehren? Ein schwieriger Entscheid, der der erfahrene Tourenleiter fällen musste», schrieb ein Journalist in einem Bericht über eine heikle Gletschertour.


Auch bei den grammatischen Fällen fällt es oft nicht leicht, die richtige Entscheidung zu fällen. Da wir im Schweizerdeutschen nicht zwischen Nominativ und Akkusativ unterscheiden, sind solche Formulierungen gerade für uns Schweizer tückische Fallen – vor allem, wenn das Objekt vorangestellt ist.

Bei umgekehrter Satzstellung wäre dem Verfasser wohl eher aufgefallen, dass «fällen» den Akkusativ verlangt: «Der Tourenleiter musste ein schwieriger Entscheid fällen.» Moment, doch eher: «Der Tourenleiter musste einen schwierigen Entscheid fällen.»